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Von langen Läufen, Laufend von Halle nach Schochwitz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jens   
Dienstag, 21. Juli 2009

Ich schreibe ja hin und wieder über das Laufen (hier, hier und hier). Heute möchte aus persönlicher Sicht von einem sehr zeitaufwendigen Bestandteil der Wettkampfvorbereitung schreiben: der lange Lauf.

Für die Vorbereitung auf den Mitteldeutschen Halbmarathon am 06. September 2009 ist bei mir seit einiger Zeit an jedem Wochenende ein Tag für den "langen Lauf" fest eingeplant. Die "langen Läufe" sollen dem Zweck dienen meinen Körper schrittweise an die Marathondistanz heranzuführen. Meine "langen Läufe" sind mittlerweile deutlich über 25 Kilometer lang. Das heißt man ist auch mindestens zwei Stunden am Stück mit sich allein. Damit das nicht langweilig wird höre ich immer ein spannendes Hörbuch. Meist höre ich die Hörbücher ausschließlich beim Laufen, so dass ich mich auf jeden Kilometer freue während dem ich meiner Geschichte folgen kann.

Nun ist es dennoch eine sehr lange Distanz zu laufen, so dass man bei der Streckenführung meist auf mehrere Runden einer bekannten Strecke angewiesen ist. Hier gewann ich aber schnell die Erkenntnis, dass ständiges Rundenlaufen langweilig ist. Also lautete meine Strategie mir für die "langen Läufe" besondere Herausforderungen zu suchen. Also Strecken und keine Runden, die bezwungen werden wollen. Als erstes interessierte ich mich dafür, ob man wohl von meiner Wohnung in Halle nach Quillschina, zu meinen Schwiegereltern in Spee, laufen könne. Von Haustür zu Haustür quasi. Die 17 Kilometer waren kein Problem. Nach der zweiten erfolgreichen Ankunft (Laufzeit ca. 1:30 h) brauchte ich einen neuen Reiz.

Mein Papa wohnt in Schochwitz, dass ist die gleiche Strecke, nur noch einmal knapp 7 Kilometer weiter. Am Ende gilt es einige Höhenmeter zu überwinden. Das ist nicht mehr ganz so einfach. Für Strecken deutlich über 15 Kilometer benötige ich persönlich Verpflegung, also mindestens Wasser im Optimalfall auch Kohlenhydrate. Das Problem ließ sich auch relativ einfach lösen. Meine Freundin Claudia - gegenüber dem Sport grundsätzlich positiv eingestellt, nur mit dem Laufen hat sie es nicht so - erklärte sich spontan bereit mich auf dem Fahrrad zu begleiten. Für mich war das ehrlich gesagt eine echte Erleichterung, denn auch wenn das hier alles so selbstverständlich klingt, ist das doch eine ungeheure Anstrengung. Ich freute mich zwar auf die Herausforderung, hatte aber auch großen Respekt vor der Strecke von insgesamt 24 Kilometern. Zudem würde ich in dieser Konstellation auch kein Hörbuch brauchen. Ich schaffte also am Vortag mein Fahrrad, dass ich für den Rückweg benötigen würde zu meinem Papa. Und so machten wir uns also am 12.Juli morgens auf den Weg.

Ich bekam einigen Vorsprung und in Höhe der Eisporthalle holte mich Claudia nach ca. fünf Kilometern schließlich ein. So ging es vorbei am Waldkater, durch die Heide, Dölau, Lieskau, über den Plattenweg nach Benkendorf, nach Quillschina, über den Feldweg nach Wils und das letzte Stück gut drei Kilometer Straße über den Nelkenberg nach Schochwitz. Claudia versorgte mich vorbildlich. Nach 12 Kilometern gab es einen Riegel, nach 19 einen eingeschweißten Früchtebrei und alle fünf Kilometer Wasser. Geschafft aber stolz konnte ich mich nach 2:07 h im Pool abkühlen.


Was ich während dieser langen Läufe gelernt habe:

  • Ich habe sehr gute Laufschuhe
  • Ich brauche ab Läufen über 15 Kilometer flüssige Verpflegung
  • Ich brauche ab Läufen über 20 Kilometer feste Verpflegung
  • Ich laufe lieber auf Asphalt, als auf Feldwegen oder Waldwegen
  • Ich liebe meine Hörbücher
  • Muskulär ist noch viel Luft nach oben
  • Ich spare Sprit

Mittlerweile bin ich bei 28 Kilometern am Stück (2:26 h) angekommen. Damit ich flexibler bei der Planung bin habe ich mir einen Trinkgürtel zugelegt. So bin ich nicht auf Begleiter angewiesen und kann in vier kleinen Portionen einen halben Liter Flüssigkeit mitführen. Weiterhin haben sich die Gel-Päckchen (41 g) von Powerbar als sehr nützliche Verpflegung erwiesen. Ich habe auch schon eine neue Strecke im Visier: Zwei Runden um den "Süßen See" von Seeburg aus sollten auch machbar sein (ca. 26 Kilometer)- vielleicht nächstes Wochenende.

Zu guter Letzt muss ich mich auch mal festlegen, auch wenn ich dass vorher stets ungern tue: Ja mein Ziel ist es einen kompletten Marathon zu besiegen, im Idealfall unter 4 h und spätestens nächstes Jahr.

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