Nach meinen positiven Erfahrungen mit dem Kundenservice von Philips gibt es mal wieder Neues von mir in dieser Rubrik.
Vor wenigen Wochen habe ich mir im Hinblick auf meine multisportlichen Pläne ein neues Rennrad gekauft. Nach verschiedenen Empfehlungen aus dem Freundeskreis, die allesamt ausschließlich sehr gute Erfahrungen mit den Fahrrädern der Marke Radon gemacht haben, bin auch ich nun stolzer Besitzer eines tollen Carbon-Rennrades aus dem genannten Hause. Da Radon genau ein Ladengeschäft in Bonn (H&S Bike-Discount) hat und sonst nur online versendet kann man auf ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis vertrauen. Ich habe mir das Rad in eine Radon-Partnerwerkstatt liefern lassen, wo das Rad vor Ort für einen Aufpreis auf den “Fahrer abgestimmt” werden kann. Nun ja abgestimmt wurde letztendlich nur die Sattelhöhe ![]()
Meine Frage, ob ich als Rennradanfänger nun die richtige Sitzposition habe wurde mir konsequent bejaht. Zuhause beim Probesitzen kam mir meine Sitzposition gar nicht so entspannt vor. Mit einem anderen Vorbau müsste doch da etwas zu machen sein. Doch zu meiner Enttäuschung wurde mir an der Hotline mitgeteilt, dass bei Versandrädern generell nichts zu machen sei. Nun gut.
Mittlerweile habe ich mir beim örtlichen Radhändler meines Vertrauens einen Rollentrainer zugelegt. Beim ersten Test, stellte ich schnell fest, dass die Schaltung meines Rennrades sehr schlecht eingestellt war. Eigentlich konnte ich nur in zwei Gängen trainieren. Beim Test in der Radon-Partnerwerkstatt konnte ich dass natürlich aufgrund der Wetterbedingungen nicht überprüfen. Nun wurde mir auch schnell klar, dass ich mit dieser Sitzposition zwar den Winter über trainieren, aber auf der Straße keine 20 km fahren kann. Beim beim Suchen nach Lösungen bin ich auf der Webseite von Radon auf einen Testbericht zu meinem Rennrad (Radon RCS 7.0) gestoßen. Im Test (Zeitschrift Rennrad 9-10/2010) wird das Rad für viele positive Eigenschaften gelobt, doch wird die Sitzposition ebenfalls als “unkomfortabel” bezeichnet. Weiterhin war zu lesen:
…andererseits würde ein kürzerer Vorbau den Rücken entspannen (Auf dem Testrad war ein Syntace F 149 120mm Vorbau montiert. Ein Tausch auf 100 mm ist
ohne Aufpreis möglich. Anm. d. Redaktion).
Aha, scheinbar besteht also doch die Möglichkeit zum Tausch des Vorbaus. Ich war sehr erfreut. Doch zu früh wie sich herausstellte. Während eines erneuten Gespräches mit der Hotline wurde mir mitgeteilt, dass die Möglichkeit zwar besteht, aber nur bis zu zwei Tagen nach Lieferung. Ich wies den Mitarbeiter von Radon darauf hin, dass mir in einem früheren Gespräch mitgeteilt wurde, dass diese Möglichkeit für einen Tausch generell nicht besteht. Daraufhin wurde ich weiterverbunden. Doch auch hier zeigte man sich unflexibel. Auch der Hinweis auf die Fehlinformation seitens der Hotline in einem früheren Gespräch oder der Hinweis auf meinen starken Umsatz im letzten Quartal änderten an der Haltung des Radon-Mitarbeiters nichts. Wenig kompromissbereit beharrte mein Gesprächspartner auf seinem Standpunkt. Ich muss zugeben, dass in wenigen Minuten meine positive Einstellung zu Radon ein wenig schaden genommen hat, da ich der Argumentation einfach nicht folgen konnte:
Es wurde ein Fehler gemacht, das ist bedauerlich, aber die Kosten trägt der Kunde.
Die Frage nach einem Gutschein – mein letzter Versuch die Sache für beide Seiten halbwegs befriedigend zu regeln – wurde sofort abgelehnt. Man muss bedenken, dass ich keinen neuen Vorbau gefordert habe, sondern – wie es im Testbericht der Zeitschrift Rennrad beschrieben wurde – den Vorbau lediglich tauschen wollte.
Fazit:
Für mein Geld habe ich ein sehr gutes Rennrad erstanden. Allgemein bietet Radon meiner Meinung nach technisch sehr gut ausgestattete Fahrräder mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis an. Das wurde mir auch von meinem Fachhändler bestätigt, der freundlicherweise kostenfrei meine Schaltung eingestellt hat. Doch vom Kundenservice bin ich enttäuscht. Das Geld für die “individuelle Abstimmung” des Rades bei der Partnerwerkstatt kann man sich ebenfalls getrost sparen.
Schlussendlich muss jeder selbst entscheiden, ob man sich einzig am Preis orientieren sollte. Im Einzelfall fährt man vielleicht mit einigen Euro mehr und einem direkten Ansprechpartner beim Fachhändler wesentlich besser. Ich jedenfalls werde versuchen den Vorbau beim Händler meines Vertrauens zu tauschen, bzw. einen passenden zu erstehen.







