Archiv der Kategorie Laufen

Und plötzlich ist der Marathon da…

Senza-titolo-1 Mir kommt es so vor als wäre es gestern gewesen, als bis zum Marathon in Mailand noch vier Wochen Zeit waren. Doch heute sind es nur noch sechs Tage. In einer Woche ist alles geschafft. Oder vielleicht auch nicht. Um ehrlich zu sein fühle ich mich nicht optimal vorbereitet. Was mir in diesem Jahr vor allem fehlt ist das Tempo. Mit viel gutem Willen bekomme ich vier Intervalleinheiten zusammen.

Und dennoch steht in meinem Trainingstagebuch, dass ich in diesem Jahr schon knapp 500 km gelaufen bin. Gerade die langen Einheiten habe ich in diesem Jahr trainiert wie noch niemals zuvor. Ich zähle in 2011 allein acht lange Läufe über 28 km und mehr- der Längste über 35 km. Neben vielen Dienstreisen hat mich zuletzt auch meine Hüfte am Training gehindert. Seit der Generalprobe in Rheinfelden konnte ich nicht mehr schmerzfrei trainieren. Und dennoch bin ich sicher, dass ich auch meinen vierten Marathon finishen werde. Besonders freue ich mich darauf gemeinsam mit den Marathon-Neueinsteigern Carsten und Bruderherz Felix zu starten. Matthias kämpft wieder um eine Bestzeit. Und auch Basti wird uns als Tourist begleiten.

Nachdem ich beim letzten Marathon mit fast nagelneuen Schuhen an den Start gegangen bin, werde ich auch diesmal wieder etwas Neues probieren. Ich habe mir erstmals Kompressionssocken (cep) zugelegt, und werden mit diesen an den Start gehen. Wenn es kein totaler Reinfall wird werde ich an dieser Stelle von meinen Erfahrungen berichten. So oder so ihr werdet wissen ob es funktioniert hat.

Meine obligatorische Zielvorgabe gebe ich hier mit 3:20 – 3:30 an. Ich bin gespannt und werde es genießen.

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Halbmarathon in Rheinfelden

DSCN1317-(2)_ Im Rahmen eines Kurzurlaubes bei der Familie meines Bruders Felix in Solothurn in der Schweiz habe ich am Sonntag einen ersten Halbmarathon an der Deutsch-Schweizer-Grenze bestritten. Gemeinsam mit Felix habe ich mich also Sonntag morgen von Solothurn auf ins ca. 60 km entfernte Rheinfelden gemacht.

Nachdem wir das Startgeld schon bezahlt hatten, wären wir um ein Haar beide nicht gestartet. Während mich beim Einlaufen die linke Hüfte quälte, wurde Felix kurz vorm Startschuss schwarz vor Augen. Während er sich wenige Minuten vor Toresschluss noch für einen Schluck Wasser zum Auto aufmachte. Begab ich mich zum Start und entschied: “Wenn ich schon mal da bin, dann laufe ich soweit es geht”. Wenige Sekunden bevor es losging war auch Felix wieder bei mir. Wir reihten uns bei strahlendem Sonnenschein ins Feld ein und gingen bei moderatem Tempo am Ende des Feldes auf die Strecke. Bis Kilometer 10 steigerten wir in stillschweigendem Einvernehmen kontinuierlich unser Tempo.

Unbenannt-1__ Danach versuchten wir so gut es ging unser Tempo zu halten. Ab Kilometer fünf war meine Hüfte glücklicherweise schmerzfrei. Soweit ich mich erinnere wurden wir selbst aufgrund unserer Ausgangsposition gar nicht überholt. Was auch nicht zu erwarten war: Wir blieben bis zum letzten Kilometer zusammen und Felix konnte so seine Bestzeit auf 1:32:02 verbessern. Für mich standen am Ende 1:31:55 zu Buche. Aufgrund der Rennradetappe über den Solothurner Balmberg und dem kleinen Gelage am Vorabend bin ich sehr zufrieden mit der Zeit – auch wenn ich schon schneller war.

Ein Wort noch zur Veranstaltung

Der Lauf war sehr gut organisiert. Alle Offiziellen waren sehr freundlich und stets auskunftsbereit. Die Strecke umfasste zwei kleine und anschließend zwei große Runden auf flachem asphaltiertem Untergrund. Wie mir bereits früher aufgefallen ist herrscht bei Läufen dieser Teilnehmerzahl eine sehr hohe Leistungsdichte.

Meine GPS-Daten:

Rheinfelden Halbmarathon (1:31:55)

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Marathonverbereitung – Woche 4

In der abgelaufenen Woche konnte ich wieder uneingeschränkt trainieren. Besonders beim Schwimmtraining war ich in dieser Woche sehr effektiv. Erstmals konnte ich beim Kraularmtraining mit Pullbuoy meine 500 m Serien konstant unter 11 min schwimmen – zum Teil sehr deutlich. In der nächsten Woche gibts neues Schwimmtrainingsequipment. Das heißt ich werde mal meine Beine ins Schwimmtraining integrieren ;)

Fürs Tempotraining habe ich mich wieder auf die Laufbahn Heide Nord begeben, um dort nach Plan 3 X 3000 m zu absolvieren. Das lief ganz gut. Leider wurde ich im zweiten Intervall gestört. Ein Übungsleiter tauchte plötzlich aus der Nacht auf der Strecke auf und war der Meinung, dass man dort nicht laufen darf. Weder auf der Laufbahn in der Robert-Koch-Str. noch in Heide Nord hat mich bisher jemals jemand versucht am Training zu hindern. Auch nicht wenn dort regulär Vereinstraining stattfand. Nun ja, ich konnte den Übungsleiter überzeugen, dass ich Niemandem schade, wenn ich allein im Dunkeln Laufintervalle trainiere.

Am Sonntag startete die Heidelaufserie 2011 und ich habe den 15 km Wettkampf als Training für die zweite Tempoeinheit der Woche genutzt. Laut Plan galt es einen Tempolauf über 8 km in Halbmarathon Renntempo zu absolvieren. Letztendlich bin ich bei anspruchsvollem Geläuf ca. 12 km am Anschlag gelaufen. Das Tempo war zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung und unter den gegebenen Bedingungen nicht mein angestrebtes HMRT, aber zumindest der Pulsbereich war Okay. :)

Laufen: 31 km (2X)
Schwimmen: 5 km (2X)
Rad: -

Wettkampf: 15km – 180. Heidelauf, Halle (1:05:17/4:21 min/km)

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Start der Heidelaufserie 2011

Am Sonntag ist es wieder soweit: Der Startschuss zum ersten Lauf der Heidelaufserie 2011 fällt um 10:00 Uhr auf dem Dölauer Sportplatz. Nachdem ich das letzte Jahr mit dem Heidelauf 178 beendet habe, wird der 180. Heidelauf mein erster Wettkampf in 2011 sein. In diesem Jahr haben sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen lassen:

Die Gesamtwertung wird ab jetzt noch spannender:

Nach jedem einzelnen ÖSA-Heidelauf wird zusätzlich zu den jeweiligen Ergebnissen auch der aktuelle Zwischenstand der Gesamtwertung veröffentlicht. Damit kennt jeder Teilnehmer den aktuellen Vorsprung bzw. Rückstand zur Konkurrenz. Die in der Gesamtwertung führende Läuferin und der führende Läufer erhalten von uns zudem jeweils ein gelbes Trikot bzw. Singlet (wie es auch bei der "Tour de France" üblich ist).

Die Neuerungen finde ich spannend. Sie erhöhen auf jeden Fall den Anreiz auf eine regelmäßige Teilnahme.

Ich werde über 15 km starten und den Lauf als Tempoeinheit für Mailandvorbereitungen nutzen. Carsten und viele Freunde und Kollegen werden hoffentlich auch am Sonntag am Start sein. Also wir sehen uns!

Alle Lauftermine der ÖSA-Heidelaufserie 2011

  • 13.02.2011 – 180. ÖSA-Heidelauf
  • 03.04.2011 – 181. ÖSA-Heidelauf
  • 15.05.2011 – 182. ÖSA-Heidelauf
  • 26.06.2011 – 183. ÖSA-Heidelauf
  • 09.10.2011 – 184. ÖSA-Heidelauf
  • 06.11.2011 – 185. ÖSA-Heidelauf
  • 31.12.2011 – 186. ÖSA-Heidelauf / Silvesterlauf

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Restart

Carsten, Matthias und Jens am Süßen See Ein dampfendes Langosch dazu ein würziger Glühwein und als Nachtisch leckere Kräbbelchen auf dem Weihnachtsmarkt… klingt verlockend? Zugegeben ja, aber das gehört vorerst der Vergangenheit an. Von nun an heißt es wieder offiziell einen Wettkampf nach Trainingsplan vorzubereiten.

Gemeinsam mit Carsten, Felix und Matthias habe ich die Trainingsarbeit für den ersten Marathon des Jahres (April 2011, Mailand) aufgenommen. Der Dezember und der Jahreswechsel hatten mich veranlasst schon etwas “vorzutrainieren”. Mit etwa 103 Trainingskilometern in 2011 starte ich in die geplante Saisonvorbereitung. Leider wird es dem ambitioniertem Hobbysportler in diesen Tagen nicht immer leicht gemacht. Der vergangene Sonntag, wo ich bei strahlendem Sonnenschein meinen langen Lauf auf meiner Lieblieblingsstrecke am Süßen See regelrecht genießen konnte bildet da eine Ausnahme. In den Einheiten zuvor kam teilweise Frust auf. Meine Trainingsstrecken an der Saale beansprucht momentan das Hochwasser für sich. Die Alternativstrecken waren noch von dicken Eisschichten oder Tauwasser bedeckt. Bleiben nur Stadtläufe auf Fußwegen.

Dennoch bin ich sehr motiviert und freue mich auf Mailand. Die erste Belastungsprobe für meine Motivation habe ich heute bereits bestanden: Sechs 1000 m Intervalle habe ich recht ordentlich absolvieren können.

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2011 – Neues Jahr, neue Herausforderungen

Der Kater des Jahreswechsels ist überstanden. Die unzähligen Sünden der letzten Wochen ziehen an meinen Körper. Die ersten Laufkilometer im neuen Jahr sind wieder einmal nicht einfach. Die Gravitation ist nicht mein Kumpel. Der Zustand der Laufstrecken ebenfalls nicht. Meine Marathonpace von 4:30 min/km (Prag 2010) ist momentan so weit weg wie der Sommer. Und doch weiß ich, dass ich in wenigen Wochen wieder topfit bin. Die Auszeit zum Jahreswechsel ist auch nötig um sich zu erholen, sich auf neue Belastungen vorzubereiten. Vor allem mental. Es stehen viele spannende Herausforderungen an 2011.

Zunächst einmal werde ich in wenigen Tagen mit dem Training für den ersten Marathon 2011 in Mailand beginnen. Das wird bestimmt ein großer Spaß, denn neben den Debütanten Carsten und meinem Bruder Felix wird auch Matthias wieder um eine neue Bestzeit kämpfen. Weiterhin sind einige Kollegen als "Touristen" mit von der Party. Weitere Teilnehmer erwünscht.

Im Juni werde ich meine erste Halbdistanz im Triathlon in Angriff nehmen. Dafür werden ich gemeinsam mit Carsten in Moritzburg an den Start gehen. Jens, mit dem ich nach dem letzten Mitteldeutschen Marathon das Zielbier genießen konnte wird sich hier der großen Herausforderung, der Langdistanz, stellen. Ich drücke ihm die Daumen, dass er als Eisenmann daraus hervorgeht.

Im Oktober solle ein weiterer Marathon folgen. Hier ist momentan Mallorca der Favorit. Den Lauf könnte man gut mit einem Sommerurlaub verbinden.

Die passende Motivation für die harte Vorbereitung habe ich bei YouTube gefunden. Vor allem für Firsttimer interessant. The Spirit of Marathon:

Ich als Wiederholungstäter weiß ja schon, dass es vor Allem weh tut :)

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Laufstatistik 2010

Der Jahreswechsel steht vor der Tür, die letzten Laufkilometer des Jahres werden gesammelt. Das ist eine gute Gelegenheit einen Kassensturz der in 2010 absolvierten Trainingseinheiten zu machen. Eine Leichtigkeit dank moderner GPS-Technik.

Anzahl Laufwettkämpfe 14
Laufleistung Wettkämpfe 226,9 km
Laufleistung/Wettkampf 16,2 km
Laufleistung Training 1673 km
Anzahl Lauftrainings 141
Laufleistung/Lauftraining 11,9 km
gesamte Kalorien 103 230
Durchschnittsgeschwindigkeit 11 km/h
durchschnittliche Herzfrequenz 144 bpm
gesamte Laufzeit 172:28:05
gesamte Laufleistung 1895 km

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Das Sportjahr 2010 – Nachtrag

gtsl_2010_kl Zweimal habe ich seit meiner Zusammenfassung des abgelaufenen Sportjahres noch eine Platzierung erreicht. Beim Geiseltalseelauf über die Halbmarathondistanz konnte ich zwar nicht mit der Bestzeit aufwarten mit der ich vorher geliebäugelt hatte, doch konnte ich meine Zeit aus dem Vorjahr um über drei Minuten verbessern. So landete ich mit einer Zeit von 1:29:09 wieder auf dem zweiten Rang in meiner Altersklasse und wurde nach 2009 zum zweiten Mal in Braunsbedra aufs Treppchen gerufen.

dls2010 Dieses Gefühl kann ich zur Siegerehrung der Heidelaufserie 2010 leider nicht auskosten. Obwohl ich völlig überraschend die Serie in meiner Altersklasse gewann, werde ich zum Abschlusslauf mit anschließender Auswertung am Silvestertag nicht anwesend sein. Ich werde den Jahreswechsel in der Schweiz verbringen. Bei den sechs Läufen der Serie war ich zwar nicht der schnellste Läufer der Altersklasse M30, doch waren die besseren Läufer nicht bei jedem Lauf anwesend. Auch ich habe einen Lauf verpasst während ich in den Alpen war, doch von denen, die maximal fünf Wertungsläufe absolvierten, habe ich dann tatsächlich die meisten Punkte erreicht. Darauf bin ich schon ziemlich stolz. Ich hoffe Matthias bringt mir meine Urkunde und meine Trophäe mit :)

 

Meine Ergebnisse der halleschen Heidelaufserie 2010:

14.03. 173. Heidelauf 10 km 0:50:28
16.05. 175. Heidelauf 10 km 0:41:18
13.06. 176. Heidelauf 15 km 1:00:27
10.10. 173. Heidelauf 15 km 1:03:02
07.11. 178. Heidelauf 15 km 1:01:38

Meine GPS-Daten:

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Das Sportjahr 2010…

mdm2010 …neigt sich langsam dem Ende entgegen. Es hat für mich viele schöne Erlebnisse und Bestzeiten gebracht. Zeit für ein kleines Resümee: Im  März der erste Lauf der Saison und meine Bestzeit über 10 km (0:39:55).

Im Mai konnte ich nach großer Vorfreude meine Marathon-Zeit in Prag auf 3:10:08 verbessern. Im Juni hatte ich meinen bisher schnellsten Lauf über 15 km bei der Heidelaufserie (1:00:27). Im September dann der lang ersehnte Marathon in Halle (3:14:54). Zwar keine Bestzeit, aber ich hatte mich besonders darauf gefreut in meiner Heimatstadt einen Marathon zu Laufen – insgesamt mein Dritter.

Weiterhin habe ich in diesem Jahr auch mein Interesse an anderen Sportarten entdeckt. Im April habe ich meinen ersten Duathlon absolviert. Und im Juli schließlich meinen ersten Triathlon in Roßbach. Ein weiterer folgte im August in Löderburg.

DSC_0294_kl Im September ging es in die Berge zur Transalp mit dem Mountainbike. Dort hatten wir sechs knallharte Etappen vom Tegernsee zum Gardasee auf denen wir aber überwältigende Eindrücke sammeln konnten (Matthias hat sehr ausführliche Beiträge).

Eines fehlt mir in diesem Jahr noch: Eine Halbmarathonbestzeit. Beim einzigen Lauf über die halbe Distanz in diesem Jahr in Bayern bin ich bis auf sieben Sekunden auf meine Bestzeit vom MDM 2009 in Halle (1:26:51) herangekommen. Mal sehen, ob meine Form für einen weitere Bestzeit über diese Distanz reicht. Auf jeden Fall werde ich am Sonntag beim Geiseltalseelauf in Braunsbedra starten und natürlich mein Bestes geben. Aber soweit ich mich an das letzte Jahr erinnern kann war die Strecke leicht hügelig.

2010-08-28-10 Pläne für das nächste Jahr habe ich auch schon: Der erste Saisonhöhepunkt wird der Mailand-Marathon am 10. April 2011. Mein Bruder der mittlerweile ebenfalls vom Fußballer zum Läufer “aufgestiegen” ist wird in Mailand sein Marathondebüt geben. Darauf freue ich mich ganz besonders. Von seiner erstaunlich guten Form konnte ich mich während einer 28 km Trainingseinheit am Süßen See überzeugen.

Auch der Triathlon – also besonders auch Radfahren und Schwimmen – werden im nächsten Jahr eine große Rolle spielen. Mein Fernziel: Ich möchte mich einmal Ironman nennen können. Ein weiter Weg. Aber auch der weiteste Weg beginnt bekanntlich mit dem ersten Schritt.

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MDM 2010 und die wahrscheinlich längste Zielgerade der Welt

Aller guten Dinge sind drei. Doch mein dritter Marathon war mein bislang Härtester.

Unbenannt-8 Die Vorfreude war groß. Endlich einen Marathon in meiner Heimatstadt Halle beenden. Und den Zieleinlauf auf dem Hansering genießen, den ich schon zweimal zuvor bei den halben Distanzen hinter mich gebracht hatte. Zudem wusste ich viele Freunde und Kollegen an und auf der Strecke.

Nach einer kurzen Nacht ging es 7:15 Uhr mit dem Busshuttle zum Start nach Spergau. Gemeinsam mit Udo, Jens und Matthias warteten wir bei kühlem Morgennebel in auf den Startschuss. 9:01 Uhr war es so weit: Das Pferd darf aus der Box. Vorgenommen hatte ich mir ein moderates Tempo. So hatte ich auch meine Uhr auf ein Durchschnittstempo von 4:50 min/km programmiert. Das hätte für unter 3:25:00 gereicht. Durch das spezielle Training für die Triathlonsprints glaubte ich nicht mehr genügend Ausdauer zu haben. Doch nach dem Start waren alle guten Vorsätze passé – wie immer!

Ich begann also deutlich unter Plan (4:20-4:35 min/km) ohne anfangs wirklich darüber nachzudenken. Die Strecke führte über Landstraßen durch kleine Gemeinden Richtung Halle. In den Orten säumten viele Zuschauer die Strecke und feuerten die Läufer lautstark an. Hier und da wurden zum Abklatschen Kinderhände ausgestreckt. Es lief gut.

Verpflegung hatte ich diesmal keine dabei. Mein Trainingspartner Carsten hatte sich bereit erklärt mich zu unterstützen. In Merseburg – nach 19 km – nahm er mich in Empfang. Auf die Frage wie es läuft antwortete ich sofort: “Ich bin zu schnell!” Mir war klar dass der Einbruch kommen musste, nur wann? Mit dem Tempo war ich auf Bestzeitkurs. Bei Kilometer 28 kamen die ersten Anzeichen für Krämpfe. Diese Anzeichen habe ich bis jetzt bei jedem Marathon gehabt. Und immer früher: in Dresden ab 38, in Prag ab 32 und nun ab 28. Aber einen echten Krampf während des Laufens habe ich bisher nicht bekommen. Glücklicherweise auch diesmal nicht.

Unbenannt-6Bei Kilometer 32 gab mir Kollege Andreas einen ordentlichen Motivationsschub mit auf den Weg. Ab hier wurde es jetzt hart. So schwer hatte ich es in einem Laufwettbewerb bisher noch nie. Die Muskeln wurden immer schwerer, Krämpfe drohten und bei jedem noch so kleinem Anstieg ging der Puls auf 185 hoch. Innerhalb von drei Kilometern ging mein Tempo von 4:35 auf über 5:00 min/km. Bis zum Ende kam ich nicht mehr unter 5:00 min/km. Ab hier hat Carsten dann ganze Arbeit geleistet unermüdlich trieb er mich an. Redete die Anstiege klein und meine Leistung groß. Dabei war es doch umgekehrt war ich mir sicher. Aber wenn man etwas lange genug hört glaubt man daran :)

Dann ging es auf die wahrscheinlich längste Zielgerade der Welt: die Magistrale. 4 km leicht steigend und schnurgerade. Da ich am Ende eine Urkunde bekommen habe muss ich die wohl auch irgendwie bezwungen haben. Gutes Mentaltraining. Mitbekommen habe ich nicht mehr viel. Außer dass Carsten noch auf den letzen paar hundert Metern Magnesium in mich reinpumpen wollte. Ich dachte: Bis das in den Muskeln ankommt ist bestimmt die Sonne untergegangen. Und dann zogen meine Beine schon ganz automatisch zum Zielsprint an, während am Streckenrand Menschen meinen Namen riefen. Und es war geschafft.

Unbenannt-7Mit 3:14:54 belegte ich insgesamt den 27. Platz und den 5. Platz in meiner Altersklasse. Trotz der Qualen bin ich damit hochzufrieden. Die große Zufriedenheit die mich erfüllt wenn sich im Ziel der Puls langsam senkt, wird mich wohl noch zu mancher Ausdauerleistung treiben.

Doch mit der Hetzerei nach Marathon-Bestzeiten ist jetzt erst mal Schluss. Vorerst. Nächstes Jahr möchte ich mich dem Triathlon widmen, gemeinsam mit Carsten. Und einen gemütlichen Marathon gemeinsam mit meinem Bruder Felix wünsche ich mir. Vielleicht in Leipzig?

Danke nochmal an Carsten, für die Beharrlichkeit.

Und jetzt geht’s schon weiter: Mit dem Fahrrad über die Alpen. Ich bin gespannt.

Die Daten vom Garmin Forerunner 310XT:

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