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MDM 2010 und die wahrscheinlich längste Zielgerade der Welt

Aller guten Dinge sind drei. Doch mein dritter Marathon war mein bislang Härtester.

Unbenannt-8 Die Vorfreude war groß. Endlich einen Marathon in meiner Heimatstadt Halle beenden. Und den Zieleinlauf auf dem Hansering genießen, den ich schon zweimal zuvor bei den halben Distanzen hinter mich gebracht hatte. Zudem wusste ich viele Freunde und Kollegen an und auf der Strecke.

Nach einer kurzen Nacht ging es 7:15 Uhr mit dem Busshuttle zum Start nach Spergau. Gemeinsam mit Udo, Jens und Matthias warteten wir bei kühlem Morgennebel in auf den Startschuss. 9:01 Uhr war es so weit: Das Pferd darf aus der Box. Vorgenommen hatte ich mir ein moderates Tempo. So hatte ich auch meine Uhr auf ein Durchschnittstempo von 4:50 min/km programmiert. Das hätte für unter 3:25:00 gereicht. Durch das spezielle Training für die Triathlonsprints glaubte ich nicht mehr genügend Ausdauer zu haben. Doch nach dem Start waren alle guten Vorsätze passé – wie immer!

Ich begann also deutlich unter Plan (4:20-4:35 min/km) ohne anfangs wirklich darüber nachzudenken. Die Strecke führte über Landstraßen durch kleine Gemeinden Richtung Halle. In den Orten säumten viele Zuschauer die Strecke und feuerten die Läufer lautstark an. Hier und da wurden zum Abklatschen Kinderhände ausgestreckt. Es lief gut.

Verpflegung hatte ich diesmal keine dabei. Mein Trainingspartner Carsten hatte sich bereit erklärt mich zu unterstützen. In Merseburg – nach 19 km – nahm er mich in Empfang. Auf die Frage wie es läuft antwortete ich sofort: “Ich bin zu schnell!” Mir war klar dass der Einbruch kommen musste, nur wann? Mit dem Tempo war ich auf Bestzeitkurs. Bei Kilometer 28 kamen die ersten Anzeichen für Krämpfe. Diese Anzeichen habe ich bis jetzt bei jedem Marathon gehabt. Und immer früher: in Dresden ab 38, in Prag ab 32 und nun ab 28. Aber einen echten Krampf während des Laufens habe ich bisher nicht bekommen. Glücklicherweise auch diesmal nicht.

Unbenannt-6Bei Kilometer 32 gab mir Kollege Andreas einen ordentlichen Motivationsschub mit auf den Weg. Ab hier wurde es jetzt hart. So schwer hatte ich es in einem Laufwettbewerb bisher noch nie. Die Muskeln wurden immer schwerer, Krämpfe drohten und bei jedem noch so kleinem Anstieg ging der Puls auf 185 hoch. Innerhalb von drei Kilometern ging mein Tempo von 4:35 auf über 5:00 min/km. Bis zum Ende kam ich nicht mehr unter 5:00 min/km. Ab hier hat Carsten dann ganze Arbeit geleistet unermüdlich trieb er mich an. Redete die Anstiege klein und meine Leistung groß. Dabei war es doch umgekehrt war ich mir sicher. Aber wenn man etwas lange genug hört glaubt man daran :)

Dann ging es auf die wahrscheinlich längste Zielgerade der Welt: die Magistrale. 4 km leicht steigend und schnurgerade. Da ich am Ende eine Urkunde bekommen habe muss ich die wohl auch irgendwie bezwungen haben. Gutes Mentaltraining. Mitbekommen habe ich nicht mehr viel. Außer dass Carsten noch auf den letzen paar hundert Metern Magnesium in mich reinpumpen wollte. Ich dachte: Bis das in den Muskeln ankommt ist bestimmt die Sonne untergegangen. Und dann zogen meine Beine schon ganz automatisch zum Zielsprint an, während am Streckenrand Menschen meinen Namen riefen. Und es war geschafft.

Unbenannt-7Mit 3:14:54 belegte ich insgesamt den 27. Platz und den 5. Platz in meiner Altersklasse. Trotz der Qualen bin ich damit hochzufrieden. Die große Zufriedenheit die mich erfüllt wenn sich im Ziel der Puls langsam senkt, wird mich wohl noch zu mancher Ausdauerleistung treiben.

Doch mit der Hetzerei nach Marathon-Bestzeiten ist jetzt erst mal Schluss. Vorerst. Nächstes Jahr möchte ich mich dem Triathlon widmen, gemeinsam mit Carsten. Und einen gemütlichen Marathon gemeinsam mit meinem Bruder Felix wünsche ich mir. Vielleicht in Leipzig?

Danke nochmal an Carsten, für die Beharrlichkeit.

Und jetzt geht’s schon weiter: Mit dem Fahrrad über die Alpen. Ich bin gespannt.

Die Daten vom Garmin Forerunner 310XT:

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Neuer Laufschuh: Nike LunarGlide+ 2

nike_lunarglide_2_kl Nun kamen wieder verschiedene Faktoren zusammen. Die Schuhe waren bei einem Internethändler, stark reduziert. Ausgerechnet bei diesem Händler hatte ich mir vor Monaten auf Facebook einen Gutschein über 24,00 € ergattert. Dieser Gutschein drohte am 31.08.2010 abzulaufen. Also hab ich mich noch ein wenig geziert und so getan als würde ich die darüber nachdenken und dann doch überraschend auf den Knopf gedrückt. So kann ich nun den brandneuen LunarGlide+ 2 mein Eigen nennen, für fast die Hälfte des regulären Preises.

Schon der Vorgänger hatte mich ja komplett überzeugt. Ich bin in diesem Jahr sämtliche Wettkämpfe (inklusive zwei Marathon) mit diesem Schuh gelaufen und von der Kombination aus Leichtigkeit und Dämpfung begeistert. Mittlerweile hat mein erster LunarGlide knapp 830 km geleistet und bekommt nun also etwas Entlastung.

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Marathon Checkliste

marathon_ Am Sonntag ist der lang ersehnte Marathon in Halle. Mittlerweile hab ich eine ganz schön lange Checkliste der Sachen die ich vorbereiten muss. Vielleicht hilft es dem Einen oder Anderen bei der Vorbereitung:

  • Wettkampfschuhe
  • Wettkampfsocken
  • Wettkampfhose
  • Wettkampftrikot
  • Kopfbedeckung
  • Sonnenbrille
  • Kontaktlinsen
  • Brustwarzenpflaster
  • Aspirin
  • Kohlenhydratgel am Körper
  • Powerriegel vor dem Start
  • Magnesiumampullen
  • Championchip (oder adäquates Zeitmesssystem)
  • GPS-Uhr
  • Brustgurt
  • Startnummernband
  • Sicherheitsnadeln
  • Geld (fürs Zielbier)
  • Wegwerfkleidung (vor dem Start entsorgen)
  • iPod

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Marathon in Prag

2010_05_prag_2 Der nächste Marathonwettbewerb rückt langsam in greifbare Nähe. Das Training ist im Gange. Ein guter Zeitpunkt den letzten Marathon noch einmal Revue passieren zu lassen. Im Mai war ich zum Marathonlauf in Prag, mein schnellster bisher. Der liegt zwar schon wieder eine ganze Weile zurück, dennoch möchte ich dieses für mich bedeutende Ereignis nicht unerwähnt lassen.

In Prag sollte die neue Bestzeit über die Königsdistanz für Ausdauersportler errungen werden. Dafür habe ich mit hohem Aufwand viele Trainingseinheiten absolviert. Seit Dezember 2009 bin ich glücklicher Besitzer eines Garmin Forerunner 310XT, mit dem ich jede Trainingseinheit dokumentiere. So ist es mir ein Leichtes mit wenigen Klicks den Umfang des Trainings für diesen Wettkampf zu summieren:

Trotz des schneereichen Winters habe ich insgesamt 72 Laufeinheiten absolviert und dabei ca. 850 Trainingskilometer zurückgelegt. Dafür habe ich ca. 78 Stunden trainiert.

Dem Lauf habe ich schon mindestens vier Wochen entgegengefiebert, so dass ich am Vortag des Wettkampfes kaum einen anderen Gedanken fassen konnte. Alles drehte sich um Marschtabellen, Verpflegungsstrategie und die richtige Kleidung.

2010_05_prag Der Wettkampf

Die ersten 10 km ging ich – wie geplant – mit 4:30 min/km an, um anschließend das Tempo je nach Tagesform nach oben oder unten anzupassen. Tatsächlich wurde ich zwischen Kilometer 10 und 25 schneller. Meine Kilometerzeiten lagen zwischen 4:15 und 4:25 min/km. Auf der Halbmarathonmarkierung lautete meine Zwischenzeit 1:32:00. Ich war noch frisch und dachte kurz über die magische Drei-Stunden-Grenze nach. Aber von dem Gedanken musste ich mich sehr schnell verabschieden. Wie auch beim Marathondebüt in Dresden (Dresden, 18.10.2009) verschonte mich der „Mann-mit-dem-Hammer“. Stattdessen drohte mir die Krampfgefahr diesmal schon ab Kilometer 32. Ich musste meinen Laufstil deutlich ändern, schaffte es aber einen echten Krampf bis zum Ende zu vermeiden. [Hat jemand einen guten Tipp wie ich der Krampfgefahr (bei mir immer hinterer Oberschenkel) begegne?] Die letzten vier Kilometer lief ich wie in Trance. Am Ende war ich sehr zufrieden mit meiner Zeit von 3:10:08.

Die Stadt ist wunderbar: Schöne Stadt, schöner Fluss, schöne Menschen und hervorragende Küche. Dieses Konzept hat meiner Meinung nach großes Potenzial: Eine interessante europäische Großstadt und eine große sportliche Herausforderung. Ich denke das lässt sich ausbauen.

Jetzt freue ich mich auf den ersten Marathon vor der Haustür.

Links:

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Lauftagebuch von BMW

Auf der Website des Bayerischen Autoherstellers kann man sich ein Lauftagebuch sichern. Es bietet Möglichkeit zur Dokumentation der Trainingseinheiten für diejenigen die Ihre Trainings nicht digital aufzeichnen. Weiterhin sind auch Tipps und Trainingspläne enthalten:

Mit dem BMW Lauftagebuch gelingt Ihnen das als Läufer jetzt noch besser, denn darin können Sie Ihren Lauferfolg ganz einfach dokumentieren. Außerdem erwarten Sie dort Trainingspläne, die Sie in Bestform bringen, Expertentipps zur Leistungssteigerung und viele weitere spannende und hilfreiche Ratschläge für Ihr ganz persönliches Lauftraining.

Zusätzlich kann man sich zwei Broschüren mit je 13 Laufstrecken in Deutschland zusenden lassen.

Den Hinweis zu dieser Aktion habe ich aus der aktuellen Ausgabe der Runner‘s World.

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Der erste Marathon 2010 steht unmittelbar vor der Tür

Dresden Marathon am 18.10.2009

Es wird langsam ernst. Nur noch wenige Tage bis zum Pragmarathon. Über 60 Trainingseinheiten stecken in Kopf und Beinen: Über 750 Trainingskilometer in über 65 Stunden Training in den letzten fünf Monaten, streng nach Trainingsplan. Der Rennwagen wurde nun über Monate getunt, im Rennen gilt es die Kraft bestmöglich dosiert auf die Straße zu bringen. Der erste Saisonhöhepunkt 2010 kann kommen und da ist es natürlich wie immer wichtig sich selbst ein Ziel zu setzen. Matthias – mit dem ich die Reise nach Prag gemeinsam antrete – hat das ja bereits getan.

Was nehme ich mir vor?

Nach den Erfahrungen der letzten Wettkämpfe werde ich versuchen den Marathon nicht vom Start weg zu schnell anzugehen. 42,195 km sind eine umfangreiche Herausforderung, wie ich gelernt habe. Ich werde die ersten zehn Kilometer – so mein Plan – mit 4:30 min/km angehen. Je nachdem wie sich das anfühlt werde ich mein Tempo anpassen, so dass ich 85 % meiner maximalen Herzfrequenz erreiche. Meine erste Marathonzeit (Dresden 2009, 3:32:55) muss ich natürlich unterbieten, bestenfalls um 15 min. Im Ziel möchte ich also auf meiner Uhr eine Zeit unter 3:15:00 ablesen.

Das Ziel ist definiert, die Strategie festgelegt. Nun gilt es noch andere Fragen zu beantworten. Dabei kann die Marathoncheckliste von hobbylauf.de behilflich sein. Für dieses Gefühl eines anstehenden Wettkampfes, trainiere ich monatelang. Ich muss nicht erwähnen, dass ich mich freue!?

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Marathonvorbereitung beim Scheßlitzer Osterlauf

Zur idealen Marathonvorbereitung galt es ein Halbmarathonwettkampf fünf Wochen vor dem Wettkampf zu absolvieren, genau zu Ostern. Da an diesem Wochenende die Laufwettbewerbe spärlich gesät waren, nahmen wir die Fahrt nach Scheßlitz (zwischen Bayreuth und Bamberg) gern auf uns, unser Ziel Prag im Auge. Also ging es am Ostermontag (05.04.2010) zum Halbmarathon nach Oberfranken.

Der Scheßlitzer Osterlauf ist auch einer von den kleinen Läufen, wenn auch mit sehr hoher Leistungsdichte. Im Lauf wurde der Oberfränkische Meister ermittelt. Es galt vier Runden von ca. 5km Länge zu absolvieren. Das bis Training lief gut, also ging ich mit einem sehr ambitionierten Tempo in die ersten Kilometer. Die ersten sieben Kilometer absolvierte ich mit einer Pace von deutlich unter 4:00 min/km. Ab Kilometer acht bekam ich dann die Quittung. Mein Magen zog sich zusammen und fühlte sich an, als hätte ich eine schwere Eisenkugel geschluckt. Erstmals hatte ich bei einem Wettkampf das Gefühl vielleicht aufgeben zu müssen, so sehr plagten mich die Schmerzen. Klingt zwar pradox, aber das war eine wichtige Erfahrung für die ich sehr dankbar bin. Ich musste das Tempo also stark reduzieren. Nach ca. drei Kilometern löste sich die Eisenkugel und ich konnte das Tempo wieder etwas forcieren. Trotz der Probleme lag meine Zehn-Kilometer-Zwischenzeit noch unter der vom Eilenburger Zehn-Kilometer-Wettkampf. Am Ende kämpfte ich noch für eine neue Bestzeit um die letzten Sekunden. Ich stoppte meine Uhr bei 1:26:57, also knapp über meiner Bestzeit vom MDM 2009.

Im Hinblick auf den Marathon bin ich auch ohne Bestleistung sehr zufrieden. Diese Zeit aus dem regulären Training heraus, zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung macht Mut. Ich fühle mich gut auf Prag vorbereitet.

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Start der Heidelaufserie 2010

Nach dem der erste für dieses Jahr angesetzte Heidelauf wegen den schwierigen Wetterverhältnissen abgesagt wurde, startet morgen die 2010er Heidelaufserie. Ich werde über 10 km an den Start gehen. An diesem Wochenende habe ich bereits meinen langen Lauf hinter mir und plane einen strafferen Trainingslauf.

Besonders freue ich mich darüber dass diesmal auch meine Freundin Claudia über 5 km an den Start geht. Ich konnte mich in diesem Jahr bereits von Ihrer guten Form überzeugen.

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Bestzeit: Die ersten Kilometer 2010

Das Laufjahr 2010 startet für mich direkt mit einer Bestzeit: Ich bin heute auf einer Strecke von 10 km erstmals unter 40 min   geblieben. Heute, beim Mazdalauf in Eilenburg galt es fünf Runden mit jeweils 2 km zu absolvieren. Meine offizielle Zeit lautet 0:39:55. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von von 15 km/h. Das habe ich noch in keinem Lauf erreicht und damit geht das neue Jahr so weiter, wie das “Alte” endete. Mein erstes Ziel für 2010 ist damit schon mal erfüllt. Das kann nicht ewig so weitergehen und tatsächlich: Die Verbesserungen werden geringer. Die vielen Trainingskilometer bei Schnee und teilweise -10 °C haben sich gelohnt. Matthias hat übrigens ebenfalls eine Bestzeit erreicht.

Der Mazdalauf war gar nicht so klein und gemütlich wie ich gedacht hatte. Wenn die offiziellen Angaben stimmen, so waren insgesamt über 1000 Läufer über die verschiedenen Distanzen am Start. Die Strecke war größtenteils von Helfern vom Schnee befreit, die übrigen Passagen waren gestreut. Alles war sehr gut organisiert, einzig eine Kleiderabgabe im Start-Ziel-Bereich hätte ich mir bei den Temperaturen gewünscht.

Das war übrigens meine erster Start in der neuen Altersklasse :)

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Saisonauftakt 2010 beim Mazdalauf in Eilenburg

Nach vielen Trainingseinheiten bei ungemütlichem Wetter und schwierigen Bodenverhältnissen und über 200 Trainingskilometern allein im Februar  steht endlich der erste Wettkampf im neuen Jahr vor der Tür. Ich werde zusammen mit Matthias am 07. März 2010 beim Mazdalauf in Eilenburg starten. Den Mazdalauf habe ich mir herausgesucht, weil er im letzten Jahr Bestandteil des “Mitteldeutschen Cup” war und weil er als 10 km Wettkampf recht gut in die Marathonvorbereitung für Prag 2010 passt. Auf eine gute Saisoneröffnung.

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