Und wieder mal hab ich mir einen neuen Stempel für mein „Dinge-die-ich-einmal-im-Leben-machen-muss-Buch“ abgeholt. Um es vorweg zu nehmen: Beim Triathlon wird es wohl – wie beim Marathon – keine einmalige Geschichte bleiben. Das ist etwas für mich, das macht mir Spaß. Beim Laufen schaffe ich es sowohl bei langen Läufen (>30 km), als auch bei Tempoläufen, nicht meine Muskulatur stark zu fordern. Der Flaschenhals ist die Herzfrequenz. Beim Triathlon sieht das anders aus. Jeder der schon mal an einem Triathlon oder Duathlon teilgenommen hat, weiß was ich meine. Nach einer anständigen Radbelastung auf die Laufstrecke zu gehen fühlt sich an wie… ja wie eigentlich? Als ob man auf Eiern läuft und einen 30 kg Rucksack auf dem Rücken hat. Man braucht schon zwei Kilometer um seinen Rhythmus zu finden. Zusammen mit dem Schwimmen als Anfangsdisziplin – vor dem wohl jeder Läufer Respekt hat – ergibt sich eine sehr komplexe, technisch anspruchsvolle Belastung. Eine ganz neue Herausforderung.

So einen Jedermann-Triathlon kann man gerne mit einem Halbmarathon vergleichen. Nur ist der Multisportwettbewerb viel abwechslungsreicher und damit spannender. Natürlich fällt mir als Läufer das Schwimmen nicht zu, aber dadurch ist das Verbesserungspotential groß. Während der Marathon sehr einseitige Anforderungen an den Körper stellt, ist beim Triathlon eine sehr umfangreiche Vorbereitung nötig. Durch das Schwimmen wird auch der Oberkörper gefordert und der Marathonläufer spürt Muskelgruppen, die er vorher nicht zu haben glaubte 😉

Der Wettkampf

2010_gtt_radfahren Gemeinsam mit Carsten machte ich mich auf den Weg nach Roßbach zum 6. Geiseltal-Hasse-See-Triathlon, meinem erster Triathlon. Alles begann bescheiden. Beim Durchgehen der Dinge die bei den beiden Wechseln zu beachten sind realisierte ich, dass ich meinen Fahrradhelm gar nicht dabei hatte. Ohne Helm kein Start. Also fix angemeldet und ab nach Hause den Helm holen. Das hat mich genau die Zeit gekostet die für mich als Newbie-Puffer eingeplant war. Ganz knapp zur Wettkampfbesprechung waren wir zurück. Während ich planlos meine Utensilien in der Wechselzone bereitlegte, sprach im Hintergrund jemand die wichtigen Wettkampfbestimmungen ins Mikrofon. Als sich die ganze Herde dann runter Richtung Wasser begab, fühlte ich mich plötzlich furchtbar schlecht vorbereitet. Von der Mikrofonansage hatte ich so gut wie nichts mitbekommen. Und sowas habe ich doch noch nie gemacht. Ich versuchte auf dem Weg zu Start noch schnell Carsten einige Informationen zu entlocken. Doch seltsamerweise war der so kurz vor dem Start nicht besonders gesprächswillig. Und überhaupt hatte ich ja die letzten Wochen ganz schlecht trainiert. Eigentlich so gut wie gar nicht. Zu spät. Carsten reihte sich zwischen den Athleten in Wettkampfanzügen im Zentrum ein. In meiner Unsicherheit ging ich raus zu den anderen Jedermännern in Badehose.

Nach dem Start begann ich mit Freistil, wusste aber, dass das nicht lange reicht. Aus den wenigen Schwimmeinheiten wusste ich, dass mein Brustschwimmen mich mindesten so schnell voranbringt wie mein Kraulen und viel weiter noch dazu. Und siehe da, ich konnte durch Brustschwimmen nicht wenige in Wettkampfanzügen kraulende Mitbewerber hinter mir lassen. Als es Richtung Ufer ging war überraschenderweise hinter mir noch reges Treiben und ich glaubte Carsten aus dem Wasser steigen zu sehen. Und tatsächlich als ich in die Wechselzone kam, bereitete er sich noch auf das Radfahren vor. Hier habe ich natürlich etwas Zeit verloren: Füße abtrocknen, Socken an, Brustgurt um, Hose, Laufschuhe an und das Laufshirt über den nassen Rücken gezogen. Mit Helm und Radbrille ging es dann auf die 30 Kilometer-Radstrecke.

2010_gtt_laufen Ab jetzt machte ich mir keine Sorgen mehr, denn das Schwimmen lag hinter mir und einen Duathlon hatte ich schon absolviert. Einzig Gel hatte ich nicht dabei, dafür aber ein großzügig gemischtes Kohlenhydratgetränk in der Flasche. Ich war – wie beim Duathlon – wieder mit meinem Crossbike an den Start gegangen. Bewährt hat sich aber der Triathlonaufsatz, den mir Thomas mitgegeben hatte. Danke. So konnte ich meine Durchschnittsgeschwindigkeit deutlich steigern. Wenn es rollt, dann rollt es. Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass ich auf dem Rad meine Position gehalten habe. Anfangs zogen noch ein paar schwächere Schwimmer vorbei, aber später konnte ich wieder einige Plätze gutmachen. Nach zwei Runden ging es wieder in den Wechselgarten: Fahrrad abgestellt und Helm gegen Laufmütze getauscht und auf zur letzten Disziplin.

Ich weiß, dass viele Jedermänner das Laufen… – sagen wir mal nicht mögen. Das ist bei mir natürlich anders. Ich bin Läufer und ich freue mich darauf. Auch weil ich weiß, dass so Mancher der sich jetzt noch in Schlagdistanz befindet das Laufen nicht mag. Und auch wenn es in den Oberschenkeln brannte, gelang es mir auf den 6,5 km noch mich um so manchen Platz zu verbessern. Und ich hielt auch Ausschau nach Carsten. Vergebens. Carsten überquerte 1:04 min vor mir die erlösende Ziellinie. Am Ende wurde ich 20. von 66 Startern in der Jedermann-Klasse.

Carsten und ich wir lagen nah beieinander und im nächsten Jahr werden wir hoffentlich viele gemeinsame Wettkämpfe in dieser wunderbaren Sportart austragen. Vielleicht lässt sich Matthias ja auch mal hinreißen.

Die Daten vom Garmin Forerunner 310XT:

Mein erster Triathlon

Jens


Gelaufen bin ich nebenher eigentlich schon immer, um mich fit zu halten. Im Jahr 2007 habe ich an meinem ersten Laufwettkampf – einem Halbmarathon – teilgenommen. Damals war es für mich ein Erfolg die 21,1 km in unter 2 Stunden zu absolvieren. Weitere folgten. Im Jahr 2009 musste ich Fußball aufgeben und begann mich gänzlich dem Laufen zu widmen. Ich absolvierte im Oktober 2009 meinen ersten Marathon. Mein zweiter Marathon folgte im Mai 2010 und brachte mir meine bisherige Bestzeit von 3:10:08. Im April und Juli 2010 absolvierte ich meine ersten Multisportwettkämpfe: Ein Duathlon und ein Triathlon. Ich hoffe, dass noch viele Wettkämpfe folgen…


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3 Gedanken zu „Mein erster Triathlon

  1. Schöner Bericht! Immer mach mich heiß 😉 Nächstes Jahr bin ich bestimmt mal mit dabei, aber definitiv nicht mit Mounatin Bike. Immerhin: ’ne Badehose hab ich schon. Na, und Laufschuhe sowieso…

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